ComedyArts vs. Corona

Als im vergangenen Jahr, am Abend des 15. September nach einem grandiosen Auftritt der niederländischen Formation „Släpstick“ der Schlußapplaus in der Moerser ENNI Eventhalle verklungen war, dachte Betti Ixkes, die gerade ihren gelungenen Einstand als neue Künstlerische Leiterin mit der 43. Ausgabe des traditionsreichen Festivals gefeiert hatte, schon ein Jahr weiter getreu dem Motto „Nach dem ComedyArts ist vor dem ComedyArts“. Die ersten Acts für 2020 waren bereits gebucht, darunter auch wieder Deutschland-Premieren und neue -extra auf das ComedyArts zugeschnittene- Showformate.

Welche Herausforderungen dieses neue Jahr dann jedoch bereithalten sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Heute, rund 10 Wochen vor dem geplanten Start des „44. Internationalen ComedyArts Festivals Moers“ sehen sich (nicht nur) die Kulturschaffenden einer veränderten Welt mit zu bewältigenden Aufgaben gegenüber, wie sie es vor Jahresfrist noch nicht für möglich gehalten hätten. Dabei gleicht das Ganze einer Reise, dessen Dauer und Ziel derzeit noch keiner absehen kann.

Das ComedyArts-Team war sich dieser Tatsache sehr früh bewusst, als das Virus und damit die Krise sich in Deutschland auszubreiten begann. Der Künstlerischen Leiterin war zudem klar, dass es bei einem  internationalen Festival wie das ComedyArts von Anfang an galt, länderübergreifend zu denken; waren doch für den September bereits Programmpunkte aus Spanien und Italien gebucht, lange Zeit die Corona-Hotspots in Europa, zudem ein komplettes Ensemble aus Kenia.

Genau diese Internationalität, die das Festival schon immer auszeichnet, gepaart mit Einschränkungen und Auflagen, die im Verlauf der Krise durch die Politik vorgegeben wurden, führten schnell zur Erkenntnis, dass die vielzitierte „Neue Normalität“ auch das ComedyArts betreffen wird.

Dennoch, es ist und wird die Aufgabe der gesamten Kultur bleiben, in den kommenden Monaten ihre Wege zum Publikum zu finden und „sichtbar“ zu bleiben.

Auch das ComedyArts stellt sich dieser Aufgabe und seiner Verpflichtung als langlebigstes Festival seiner Zunft. Und wenn das Publikum nicht zum Festival kommen kann, kommt das Festival zum Publikum. Statt einer Absage wird das diesjährige ComedyArts in einem anderen Gewand erscheinen.

SAVE THE DATE: Sonntag, 20.09.2020